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St. Josef
Altdorf |
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Die
Familie August und Maria Eichmann-Negri aus Gommiswald SG wohnte in
Wattwil SG, als am
22. November 1928 ihr drittes Kind, ein Bub zur Welt kam. Sie
nannten ihn Paul. Da der Vater wegen der schweren Wirtschaftskrise jener
Jahre keinen dauernden Arbeitsplatz fand, musste die Familie öfters
umziehen. So besuchte Paul eine Schulklasse in Höngg, drei in Opfikon,
und wieder drei in Höngg. Darauf entschied er sich für das Studium in
Sarnen. Nach der 3. Gymnasialklasse zog es ihn in die Missionsschule der
Mariannhiller Missionare in Altdorf. Während der obersten Klasse
absolvierte er in Basel und Thun 1949/50 die Sanitätsrekrutenschule, ehe
er in Brig am 7.9. das Noviziat begann. Auf seinen Wunsch erhielt er dabei
aus Verehrung zum Stadtpatron von Zürich den Ordensnamen Felix. Nach
Ablegung der Ordensgelübde am 08.09.51 studierte er in Brig Philosophie
und Theologie. Am 6.4.57 erteilte Bischof Nestor Adam in Sitten VS ihm und
zwei Mitbrüdern die hl. Priesterweihe. Primiz feierte P. Felix am 22.4.
in Höngg.
Bald
darauf begann er die “Schnupperlehre” als Subpräfekt im Internat von
St. Josef, Altdorf. Vom folgenden Jahr an amtete er als Präfekt der
Unterstufe. Dazu übernahm er die Leitung des traditionellen
Studententheaters. Seine Begeisterung steckte auch die Spieler an, so dass
er sich an anspruchsvolle Stücke wagen konnte. Um sich für seine Aufgabe
besser auszubilden, erbat er sich einen Studienaufenthalt in Freiburg, wo
er 1966 das Diplom der Pädagogik erlangte. Dann wirkte er zwei Jahre als
Präfekt und Lehrer in der Internatsschule Walterswil bei Baar. Dort
begann er sich auch künstlerisch zu betätigen. Auf Anregung einer
Schwester verfertigte er Holzschnitzereien. Im Herbst 1968 kehrte er nach
St. Josef in Altdorf zurück, betreute im Internat wieder die Unterstufe
und gab Deutschunterricht. In Bastelkursen brachte er interessierten Zöglingen
das Anfertigen von Lederwaren und Emailarbeiten bei. Als 1972 die
Missionsschule mit dem Kollegium Karl Borromäus verschmolzen wurde,
lehrte P. Felix weiterhin Deutsch, gab aber das Präfektenamt ab. Er hatte
immer ein waches Auge für Schülerinnen und Schüler mit Problemen und
half ihnen nach Möglichkeit. 1978 verliess er den Schuldienst, um in
Luzern einen Kurs für Legasthenietherapeuten zu besuchen. Sein Wissen
stellte er vorwiegend in den Urner Gemeinden Bauen, Isenthal, Schattdorf,
Bürglen und Spiringen zur Verfügung.
1983
wählte die Gemeinschaft von St. Josef P. Felix zu ihrem Superior. In
seine sechsjährige Amtszeit fielen die Umgestaltung des Gärtnereigebäudes
zur Prokura, sowie Sanierung und Isolierung von Internat und Zentrum. Eine
dritte Amtszeit wagte P. Felix nicht auf sich zu nehmen. Der Arzt hatte
seine gesundheitlichen Störungen als Parkinson interpretiert. “Ich ging
nach Hause mit dem Willen, was immer komme, zu ertragen, ganz im Stillen,
ohne Klagen”, schrieb P.Felix später. Diesen Vorsatz hielt er mit
bewundernswerter Konsequenz. Solange er konnte, half er zeitweilig in der
Missionsprokura aus. Ein aufgeplatztes Magengeschwür führte im Februar
1993 zu einem schweren Blutverlust, den er nie mehr ganz aufholte. Dieser
dürfte das Fortschreiten seiner Parkinsonkrankheit beschleunigt haben. P.
Felix trug schwer daran, dass er nun Hilfe durch die Spitex in Anspruch
nehmen musste. Aber er war auch froh und dankbar dafür, ebenso für die
Nachtwachen, die eine treu besorgte Frauengruppe drei Jahre lang
abwechslungsweise bei ihm hielt. Was ihn ebenfalls freute und immer wieder
aufstellte, war das Mitmachen in der Parkinsongruppe. Da fühlte er sich
angenommen und verstanden und nahm teil, so oft er nur konnte.
Daneben malte er eifrig Mandala. Diese Tätigkeit war für ihn
Therapie, weshalb er sein Wissen und Können nicht für sich behielt,
sondern in Kursen weiterschenkte. In diesen Bildern konnte er seine Gefühle
und Stimmungen zum Ausdruck bringen, eine Sprache, die ihm besonders lag,
aber nicht überall verstanden wurde. Als seine
Krankheit unerträglich wurde, warf er sich dem Herrn in die Arme.
“Da nahmen zwei durchbohrte Hände sich meines Kreuzes an und trugen es
fortan mit mir zusammen bis zum Ende.” So schloss er im Juli 1997 sein
Gedicht über Parkinson.
Im
Sommer 2001 stimmte P. Felix seiner Übersiedlung ins Pflegeheim der
deutschen Mitbrüder in Reimlingen D zu. Wie alles, was er unternahm,
bereitete er diesen Umzug minutiös vor. Am 8. August löste er sich von
St. Josef, das ihm so lange Heimat gewesen war und liess sich nach
Reimlingen bringen. Der freundschaftliche Empfang war für den sensiblen
Patienten ein glücklicher Start in die liebevolle Pflege. Je nach
Befinden malte er weiterhin Mandala, vertiefte sich in die hl. Schrift und
schmiedete tiefsinnige Verse, immer im Bewusstsein, dass sein Leiden keine
Strafe war, sondern der Preis dafür, dass Gott ihn innig liebte.
Am 14. Februar 2003 verschlimmerte sich der Gesundheitszustand von P. Felix überraschend schnell. Am folgenden Morgen bat er im vollen Bewusstsein um die hl. Krankensalbung, und beim Eindunkeln holte ihn sein göttlicher Meister, mit dem er das schwere Kreuz geteilt hatte, heim in die ewige Herrlichkeit. Was an ihm sterblich war, kehrte zurück nach Altdorf und ruht im kleinen Friedhof neben der Josefskapelle. Pater Anton Roos |
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